Dienstag, Juni 18, 2024

Vereinsgebäude

Anschrift: 
Hauptstr. 18, 91171 Greding
Tel. 08463-9267

Als im Jahre 1968 die Stadt Greding dem ein Jahr zuvor gegründeten Fußball-Club (FC) Grafenberg das Erdgeschoß im alten Grafenberger Schulhaus überließ, in dem von 1935 bis zum Jahre 1968 die Kinder aus Grafenberg in den Jahrgängen eins bis acht unterrichtet wurden, war die Freude groß, konnte man doch nun daran gehen, den Einbau von Umkleideräumen, Duschen und Toiletten in das Gebäude zu planen. Gar bald entschlossen sich die Verantwortlichen beim FCG das Klassenzimmer in einen Aufenthaltsraum umzufunktionieren und Umkleiden, Duschen und Toiletten auf die Westseite des Schulgebäudes zu verlegen. Dass sie mit dieser Entscheidung richtig lagen erwies sich in den folgenden Jahren, denn der „Jägerwirt“ in Grafenberg, die Vereinsgaststätte der jungen Fußballer, drehte sehr bald den Zapfhahn für immer zu und so fand man einen guten „Unterschlupf“ im Schulgebäude, der auch von den Grafenberger Bürgern gut angenommen wurde, nachdem die ehedem zwei Gasthäuser im Ort nicht mehr zur Verfügung standen.

Am 13. November 1982 konnte der Verein im neuen Vereinsheim sein 15-jähriges Bestehen feiern. Vorher hatten die Sportler vorübergehend im Hotel Dirsch im nahen Emsing eine gastliche Bleibe gefunden. Weil die Stadt Greding dem Verein im Jahre 1961 auch noch die Lehrerwohnung im Obergeschoß der alten Schule überließ, wurden zwei Räume für die Tischtennis-Spieler frei, die bis dahin im Gerätehaus beim Sportplatz trainiert hatten. Im Jahre 1995 wurden auch noch Umkleideräume, Duschen und Toiletten in den ersten Stock verlegt, so dass sich der Sportverein, der sich seit 1986 Deutsche Jugendkraft (DJK) Grafenberg nannte, wie ein kleiner König fühlen konnte.

Es lief fast zehn Jahre recht gut mit dem Sportheim Grafenberg zumal im Sommer 2004 nach jahrelangen zähen Verhandlungen mit der Stadt Greding und dem Grundstückseigentümer endlich der rund 600m lange Gehweg vom Sportheim zum Sportplatz fertig gestellt werden konnte, der den Fußweg zum Sportgelände für Sportler und Fußgänger sicher machte. Freilich war im Laufe der Zeit ein leises Murren, vornehmlich von den Gästemannschaften, denen der lange Anmarschweg von den Umkleideräumen zum Sportplatz nicht passte, nicht zu überhören. Als dann gar die DJK Grafenberg immer mitgliederstärker wurde und wegen des beachtlichen Übungsbetriebes in den Turnhallen und im Sparkassensaal in Greding sowie im Turnraum des Jugendübernachtungshauses „Alte Schule“ in Morsbach nur noch in wenig befriedigender Weise Unterschlupf fand, mobilisierte DJK-Vorsitzender Michael Herrler nach vielen schlaflosen Nächten die Mitglieder seiner Vorstandschaft. Nach eingehendem „für und wider“ gedieh allmählich die Idee, auf dem Sportplatz in Grafenberg ein Vereinsgebäude mit Umkleideräumen, Duschen, Toiletten und einem Gymnastikraum zu errichten. Freilich war es nicht einfach, diese Idee zu verwirklichen, standen doch Kosten von insgesamt einer halben Million im Raum. Eine Summe, die der damalige erste Bürgermeister der Stadt Greding, Franz Josef Lerzer, auf der Weihnachtsfeier der DJK Im Jahre 2004 als „gewaltig“ bezeichnete, weil er aber um die Qualität der DJK Grafenberg wisse, sei es ihm um diesen Verein nicht bange.

Der Rathauschef kündigte an, dass der Bauherr für sein Vorhaben kostenlos Holz aus dem Stadtwald bekomme und die Stadt Greding die Bürgschaft für das vom Bayerischen Landessport-Verband (BLSV) in Aussicht gestellte Darlehen übernehme. Das war schon fast die halbe Miete, zumal sich die Vorstandschaft sicher war, dass ihr die Vereinsmitglieder auch diesmal, wie schon in der Vergangenheit, mit einem zinslosen Darlehen zur Seite stehen würden.

Mit seiner Zustimmung zum vorzeitigen Baubeginn tat der BLSV im Dezember 2004 ein Übriges, konnte der Verein nun doch seinen wichtigsten Trumpf ausspielen: die Eigenleistung. Nur eine kleine Verzögerung trat ein als sich die Vorstandschaft der DJK Grafenberg aufgrund der enormen Entwicklung des Vereins entschloss, die Baumaßnahme um einen Tischtennisraum zu erweitern. BLSV-Kreisvorsitzender Reinhardt Dober begrüßte diese Entscheidung und weil auch die Staatsmittelabteilung des BLSV in München ähnlich dachte stimmte diese einer Aufstockung der Zuschuss- und Darlehenssumme für das nun laut Kostenvoranschlägen 835.765,- Euro teure und von der Sparkasse auf einen Gebäudewert von 920.000,- Euro festgelegte Projekt zu und erteilte schon im Januar 2005 dem Verein die Erlaubnis vorzeitig mit dem Bau zu beginnen.

Nun kam die große Zeit des Bauausschusses, der in vielen Sitzungen und unzähligen Stunden den Fortgang der Arbeiten plante und durchführte und so erfolgreich arbeitete, dass schon im April 2005 die Bodenplatte betoniert und schon vier Wochen später die Decke über dem Erdgeschoss aufgezogen werden konnte, wobei Landrat Herbert Eckstein sich vom schnellen Fortgang der Arbeiten überzeugen konnte.

Im Beisein von Franz Josef Lerzer, dem 1. Bürgermeister der Stadt Greding, konnte im Juli 2005 Richtfest an dem stattlichen Neubau gefeiert werden, wobei Michael Herrler aufzählte, dass 71 Mitglieder und Freunde der DJK seit dem Frühjahr ehrenamtlich am Neubau tätig waren. 27 freiwillige Helfer sorgten schließlich auch dafür, dass die Dachdeckerarbeiten im September 2005 zügig über die Bühne gebracht werden konnten und weil noch vor Beginn des Winters Fenster und Türen gesetzt werden konnten stand dem Innenausbau des neuen Herzstücks des Vereins nichts mehr im Wege.

Nach nur 15 Monaten engagierter Bauzeit war das neue Vereinsgebäude der DJK Grafenberg fertig gestellt. Dass es sehr gelungen ist davon konnten sich die Besucher bei einem Bayerischen Abend im Gymnastikraum überzeugen, wobei die besondere Attraktion die „Ruaßkuchlmusi“ aus Möckenlohe war. Nichts kann wohl treffender den Wert dieses neuen Schmuckstücks der DJK verdeutlichen als die Aussage von Michael Herrler bei der Jahresversammlung im Januar 2006: „Das neue Vereinsheim hält die DJK Grafenberg am Leben !“

Und so ist es auch, denn neben den Tischtennisspielern und den Volleyballern haben vor allem die Breiten- und Gesundheitssportler das neue Vereinsgebäude als ideale Übungsstätte entdeckt, ohne die die DJK Grafenberg nicht mehr denkbar wäre. In gar keinem Falle dürfen freilich jene Sportler vergessen werden, die am augenscheinlichsten von dem neuen Gebäude profitieren: Unsere Fußballer und ihre Gäste.

Wer das neue Vereinsgebäude noch nicht in Augenschein nehmen konnte, dem sei gesagt, dass es einen Gymnastik- und einen Tischtennisraum, Umkleide-, Dusch- und Toilettenräume, ein Büro, eine Galerie mit Blick auf den Gymnastikraum und ein Verpflegungszimmer beherbergt. Beispielhaft ist auch das Energiekonzept im Sportheim, erzeugt doch das Blockheizkraftwerk nicht nur Wärme sondern auch Strom, der ins Netz eingespeist wird und der DJK Geld bringt.

Was die Bezahlung des ansehnlichen Prachtstückes betrifft darf sich die DJK Grafenberg auf Zuschüsse des BLSV, des Landkreises Roth und der Stadt Greding und auf ein zinsgünstiges Darlehen des BLSV verlassen. Besonders ins Gewicht fallen werden freilich bei der Endabrechnung auch die freiwilligen Arbeitsstunden der Mitglieder und Freunde, von denen mittlerweile nicht weniger als satte 13.000 angefallen sind. Und schließlich sind da auch noch jene 141.000,- Euro, welche die Vereinsmitglieder dem Bauherrn zinslos als Darlehen gewährt haben!

Mit dem Verputzen der Außenwände des neuen Vereinsgebäudes wurde Mitte Juni 2008 ein Kapitel in der nun schon 40-jährigen Vereinsgeschichte der DJK Grafenberg abgeschlossen, das ob seiner Bedeutung für die weitere Zukunft des Vereins von bislang wohl einmaliger Gewichtigkeit ist. (Helmut Lutz)